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Steuerfreier Sachbezug – Neuerungen für Mitarbeiter Gutschein

Im April veröffentlichte das Bundesfinanzministerium neue Regelungen bezüglich des steuerfreien Sachbezugs. Das sind die wichtigsten Änderungen:

44 Euro Sachbezug bleibt bis Ende 2021

Unternehmen können ihren Mitarbeiter*innen den steuer- und sozialabgabefreien Sachbezug von 44 Euro monatlich weiterhin in Form von Gutscheinen und Gutscheinkarten gewähren. An der Freigrenze von 44 Euro ändert sich somit bis zum 31.12.2021 nichts.

 

Sachbezug Gutschein

Regelung für Gutscheinkarten bis Ende 2021

Die vereinfachte Regelung bis zum 31.12.2021 ermöglicht es, dass Gutscheinkarten vom Finanzamt als Sachbezug anerkannt werden, wenn sie ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen.

 

Änderungen ab dem 01.01.2022

Ab Januar 2022 gelten neue Regelungen für den steuerfreien Sachbezug:

Erhöhung der Freigrenze

Die monatliche Freigrenze für Sachbezüge erhöht sich von 44 Euro auf 50 Euro. Gutscheine für Sachbezüge dürfen dabei nur zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden (§ 8 Absatz 2 Satz 11 zweiter Halbsatz i. V. m. § 8 Absatz 4 EStG).

Neue Erfüllungskriterien für Gutscheine

Gutscheinkarten müssen ab Januar 2022 neu festgelegte ZAG-Kriterien (Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz) erfüllen. Diese sind dem BMF-Schreiben vom 13.04.2021 zu entnehmen. Sie regeln, dass ab 2022 ausschließlich folgende drei Kategorien der Gutscheinkarten für Sachbezüge erlaubt sind:

  • Gutschein-Netzwerk: Gutscheinkarten beziehen sich nur noch auf einen begrenzten Kreis aus Akzeptanzstellen. Dazu gehören Einzelhandelsverbunde, Citygutscheine oder Ladenketten. Siehe § 2 Abs. 1 Nr. 10a ZAG
  • Gutschein-Angebote: Gutscheinkarten beziehen sich nur noch auf eine sehr begrenzte Waren- oder Dienstleistungspalette. Siehe § 2 Abs. 1 Nr. 10b ZAG
  • Gutscheine für bestimmte oder soziale Zwecke: Zu den Gutscheinkarten für bestimme oder soziale Zwecke zählen Verzehrgutscheine, Karten für ärztliche Leistungen oder Karten für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen. Siehe § 2 Abs. 1 Nr. 10c ZAG

 

Check-Liste für Ihr Unternehmen

Folgende gesetzlichen Vorgaben sollten in Ihrem Unternehmen erfüllt sein, um auch 2022 weiterhin den Sachbezug nutzen zu können:

  • Mit der Gutscheinkarte für Sachbezüge erwerben Mitarbeiter*innen nur Waren oder Dienstleistungen. Auch ein Umtausch oder ein Restguthaben (ausgenommen Restguthaben unter einem Euro) wird nicht bar ausgezahlt.
  • Der Sachbezug wird zusätzlich zum Arbeitslohn geleistet.
  • Die Gutscheinkarte ist einer der drei genannten ZAG-Kategorien (siehe oben) zuordenbar.

Steuerfreier Sachbezug – BMF Schreiben vom 13.04.2021

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