Subscription USA: Wie es der New York Times gelingt, Verlustängste zu monetarisieren

In der amerikanischen Medienwelt zu Hause: Transatlantik-Scout Ulrike Langer.

Wie es der New York Times gelingt, Verlustängste zu monetarisieren

Sardinen-Toast mit Tomate und süßen Zwiebeln – wer sich für ausgefallene Rezepte wie dieses interessiert, findet bei der New York Times eine große Auswahl. Das Medienhaus hat ein ganzes Cooking-Segment gestartet und ist höchst erfolgreich damit unterwegs. Wie Transatlantik-Scout Ulrike Langer beim Medienhaus/NEXT aufzeigte, starten immer mehr Zeitungen in den USA „Beiboote“, mit denen es ihnen gelingt, Abonnenten abseits ihres eigentlichen Contents zu binden.

Die New York Times befindet sich im Aufwind. So hat das Blatt laut Medienberichten bis Ende 2019 die Zahl von fünf Millionen Abonnenten übersprungen. Dazu gehörten sowohl Print- als auch Online-Nachrichten-Kunden, wobei Letztere knapp 3,5 Millionen ausmachten. Zudem konnten jeweils bis zu eine Million Abonnenten gewonnen werden, die für Kreuzworträtsel und Kochrezepte zahlen.

Dazu gehört auch Ulrike Langer. Sie hat ihre eigene umfangreiche Rezeptsammlung auf der Plattform angelegt, auf die sie über eine Cooking-App immer direkten Zugriff hat. Ein Service, der ihr und vielen anderen rund 40 Dollar pro Jahr wert ist. Und die Abonnenten bleiben bei der Stange, denn: Bei einer Kündigung ist die liebevoll aufgebaute Sammlung plötzlich weg. Erste Nachahmer stehen bereit: Nach Informationen von Ulrike Langer arbeitet auch die Washington Post an einer ähnlichen Cooking-App.

Cooking-App der New York Times. Bildquelle: Präsentation Ulrike Langer, Medienhaus/NEXT/ 2020

Doch auch mit Angeboten, die auf eine Zweitverwertung von Content bauen, können Zeitungen in den USA punkten. Beispiele sind:

  • die Bereitstellung von Archivinhalten als Abo-Modell
  • kostenpflichtige Podcasts zu bestimmten Themen
  • Ratgeber-Enzyklopädien hinter einer Paywall

Mit Newslettern zum Abo-Abschluss

Gleich in mehrfacher Hinsicht haben in den USA Newsletter großes Potenzial – besonders dann, wenn sie auf Datenanalysen basieren, wie der „Points East“-Newsletter der Newsday Long Island. Dieser zwölf-wöchige Sommer-Newsletter bietet kuratierte Lifestyle- und Entertainment-Inhalte für Sommergäste der Hamptons. Mit Promisichtungen, Restaurantkritiken und Ausgehtipps bietet der Newsletter all das, was die spezielle Lesergruppe wirklich interessiert. Um den Sommer-Newsletter zu beziehen, muss man jedoch zunächst Abonnent des kostenpflichtigen Jahres-Newsletters „The Point“ werden.

Bildquelle: Präsentation Ulrike Langer, Medienhaus/NEXT/ 2020

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