Schluss mit dem Fehlertabu: Warum sich Mutigsein lohnt

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Schluss mit dem Fehlertabu: Warum sich Mutigsein lohnt

Tradition, Erfahrung, Bekanntheit – das allein reicht heute oftmals nicht mehr, um im Wettbewerb zu bestehen. Völlig neue Mitspieler beanspruchen das Terrain für sich und verändern die Regeln. Wer kein Risiko eingehen und Fehler nicht eingestehen will, landet schnell in der Sackgasse. Wer dagegen seine Fehler kultiviert, hat die Chance zu Überleben – im übertragenen Sinne wie Dr. Christofer Daiberl von der Innovationsschmiede JOSEPHS sagt, oder im eigentlichen Sinne wie bei Jetpilot Tom Haug.

Wer Handlungskompetenzen entwickelt hat und vorbereitet ist, sollte sich nicht scheuen, Entscheidungen zu treffen. Rechts ranfahren, um alles durchzudiskutieren, geht als Jet-Pilot einfach nicht. Was also tun, wenn es im Cockpit raucht? „Eine Entscheidung treffen und dabei bleiben“, so die Empfehlung von Tom Haug beim Medienhaus/NEXT/ 2020 . Für ihn gehört zur Handlungskompetenz aber auch eine offene Fehlerkultur. „Menschen machen Fehler, das gilt es sich zunächst einzugestehen.“ Im Flugbetrieb gibt es hierzu einen Prozess: Nach jedem Fluggang wird dieser im Team analysiert, um daraus zu lernen. Damit lässt sich auch das Risiko einer Fehlentscheidung minimieren. Ein Vorgehen, das sich auch Verlagshäuser auf die Fahne schreiben könnten, so der Major a.D.

Bildquelle: Vortrag Tom Haug, Medienhaus/NEXT/ 2020

Durch testen zum Erfolg

Wie gewinnbringend Misserfolg sein kann, weiß auch Dr. Christofer Daiberl, Geschäftsführer von JOSEPHS, einem Innovationslabor in Nürnberg. Zu ihm kommen Start-ups und Großunternehmen ebenso wie Behörden oder Forschungseinrichtungen mit nur einem Ziel: Fehler ausfindig zu machen. Zu JOSEPHS kommen sie, um ihre Ideen und Innovationen direkt am Kunden testen zu lassen. So wird schnell deutlich, ob ein Produkt toppt oder floppt, beziehungsweise, welche Veränderungen vorzunehmen sind. „Wir denken vom Menschen aus und helfen, die Kundenbedürfnisse besser zu verstehen.“

Lud die Forumsteilnehmer ein, im Team kreativ zu werden: Dr. Christofer Daiberl von JOSEPHS. Foto: Florian Waadt

Beim Medienhaus/NEXT/ machte Dr. Daiberl deutlich: Je früher der Kunde einbezogen wird, desto schneller können signifikante Veränderungen von Anfang an mitgedacht werden. Dabei käme es gar nicht auf riesige Fallzahlen an. So teste auch Google Produkte in einer ersten Phase mit lediglich fünf Nutzern. Seine Ermutigung an die Zuhörer: einfach mal ausprobieren, anstatt ewig zu diskutieren.

So gelingen Innovationen nach Dr. Daiberl von JOSEPHS.