Neuer Schwung für Plattformen durch Corona?

Wie entwickeln sich lokale Plattformen in Corona-Zeiten? Bildquelle: Adobe Stock

Vielerorts wird nach Lösungen gesucht, um dem massiv geschwächten Einzelhandel zu helfen. Ein Ergebnis: Lokale Plattformen schießen wie Pilze aus dem Boden. Doch ist Lokalpatriotismus auch langfristig ein tragfähiges Kaufargument, auf dem ein Geschäftsmodell aufbauen kann? Eine Studie des Mediums „Zukunft des Einkaufens“ nährt Zweifel.

Zahlreich, aber mit wenig Erfolg – auf diesen Nenner bringt „Zukunft des Einkaufens“ die vielen neuen lokalen Plattformen, die vor allem online im Zuge von Corona entstanden sind. Laut einer aktuellen Umfrage unter Unternehmern liegen die Gründe vor allem darin, dass Händler sich auf ihre bisherigen Präsenzen konzentrieren und die standardisierten Plattformen nicht als eine Lösung für sich sehen. Von den 150 Befragten gaben über die Hälfte an, diese Plattformen nicht zu nutzen. Allein daran also krankt das System bereits – unabhängig von der Frage, wie die Nutzer auf die Plattform gebracht und hier gehalten werden können.

Wo ist der Lerneffekt?

Doch überraschen kann dieses Resultat nicht, denn bereits vor Jahren war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, als Medienhäuser reihenweise lokale Online-Marktplätze (z. B. Simply Local, LocaFox etc.) organisierten und den Einstieg in den Onlinehandel als Rettungsanker für den stationären Einzelhandel verkauften. Dabei wurde übersehen, dass Warenwirtschaftssysteme, Prozesse und Servicestandards vieler stationärer Einzelhändler nicht auf die Onlinewelt ausgerichtet sind. Deshalb sind Konzepte, die den lokalen Handel unterstützen wichtig, aber diese müssen auch nachhaltig sein und vom Kunden her gedacht werden.

Langfristige Lösungen sind gefragt

Anders als Gutscheine für einzelne Shops oder Spendenlösungen helfen dem Handel Konzepte, die nach Corona die Kaufkraft regional binden, Kundenfrequenz erhöhen und abgewanderte Kunden von Online zurück in den Einzelhandel führen. Ein Beispiel ist der regionale City-Gutschein von AVS (lesen Sie hierzu auch den Artikel Jetzt schon an die Zeit nach der Krise denken ). Auch die Kundenkarten vieler regionaler Medienhäuser gehören dazu, wie im Artikel „Hilfe für die Nachbarschaft“ der Zeitschrift Horizont (Ausgabe 17/2020) zu lesen ist.

Wie erreiche ich meine Kunden? Intelligente Kundenbindungsprogramme geben Antworten.
Bildquelle: www.abooplus-karte.de/lvz

Potenziale der Kundenkarte entdecken

Kundenkarten, wie die OS-/EL-Card der Neuen Osnabrücker Zeitung oder das AboPlus-Programm der Leipziger Volkszeitung sind Plattformen für den regionalen Handel und bieten ein enormes Marketingpotenzial. Neben einem Basiskontingent an Medialeistung in Print- und Online-Publikationen bieten sie die Möglichkeit für individuelle Kampagnen. So können über Advertorials und Storytelling Produkte und Services in Szene gesetzt und das heimische Publikum angesprochen werden. Da diese Programme mit einem CRM-System verbunden sind, das Kaufaktivitäten erfasst, erfahren die Händler zudem, wer ihre Kunden sind und wie sie diese erreichen. Wie wichtig es ist seine Kunden zu kennen, über einen Kommunikationskanal zu verfügen und Kontakt mit seinen Kunden zu halten mussten viele Händler und die Gastronomie in Zeiten von Corona schmerzlich erfahren.

Kunden der AVS finden in dem Ideenpapier „AboCard in Corona Zeiten“ praxisnahe Vorschläge, wie die AboCard zur Stärkung des regionalen Einzelhandels eingesetzt werden kann.