Wie Russmedia mit Bonuspunkten die Interaktion mit dem Kunden fördert

Quelle: Präsentation Markus Raith, Russmedia, beim Forum Kundenmanagement.

Kann ein rein werbefinanziertes Reichweitenportal auf Dauer Leser an sich binden, das abgekoppelt von einer Printmarke besteht? Markus Raith, Geschäftsführer der Russmedia-Gruppe, präsentierte zu dieser Frage auf dem Forum Kundenmanagement sein Ländlepunkte-Programm. Es belohnt die User und hält sie bislang sehr erfolgreich bei der Stange.

Mit einer monatlichen Reichweite von über 77 Prozent in Vorarlberg hat das regionale Reichweitenportal VOL.AT von Russmedia bereits eine starke Marktpräsenz. Eine eigene Redaktion mit zwölf Redakteuren kümmert sich um die zumeist boulevardesken Inhalte. Diese sind kostenlos zugänglich – und so soll es auch bleiben, wie Markus Raith am Forum ankündigte. Jedoch entfallen damit auch Gründe sich einzuloggen und Daten preiszugeben, die dem Verlag helfen mit dem Nutzer zu interagieren und die für Werbetreibende interessant sind.

Vergleich Ländlepunkte-Nicht-Nutzer vs -Nutzer

Quelle: Präsentation Markus Raith, Russmedia, beim Forum Kundenmanagement.

Ländlepunkte-Nutzer beschäftigen sich signifikant länger mit den Inhalten von VOL.AT und springen weniger schnell ab.

Punkte sammeln und belohnt werden

Um das zu ändern, führte Russmedia sogenannte Ländlepunkte ein. Damit werden die Nutzer bei jeder Interaktion wie etwa beim Einloggen, Lesen und Teilen von Artikeln mit der virtuellen Währung belohnt. Indem die Punkte immer aktuell auf der Seite angezeigt werden, liefern sie einen permanenten Anreiz, weiterzusammeln und sich spielerisch mit dem Thema zu beschäftigen. Sind genug Punkte zusammengekommen, können diese gegen Sachpreise, Konzerttickets und Gutscheine eingetauscht werden. Die Rechnung geht auf, wie erste Analysen zeigen: „Ländlepunktenutzer lesen länger und teilen mehr als andere“, so Markus Raith. 15.000 neue Registrierungen allein im letzten halben Jahr unterstreichen seine Aussage.

Belohnungskonzept: Auch andere Branchen sind interessiert

Indem das Kundenbindungsprogramm vor allem auf das Verhalten der Kunden abzielt, unterscheidet es sich von vielen anderen und bietet neue, interessante Möglichkeiten – auch für fachfremde Branchen. So setzte der Schweizer Lebensmittelhändler Denner das digitale Konzept der Ländlepunkte im vergangenen Jahr erfolgreich ein, um neue Zielgruppen anzusprechen und in die Geschäfte vor Ort zu führen. Und auch bei VOL.AT hat man noch einige Ideen für die Ländlepunkte. Aktuell werden sie auch für die Generierung von Inhalten eingesetzt. So gibt es Punkte für die Zulieferung als Leser-Reporter für eine der Vorarlberger Gemeinden.

Zwei-Marken für mehr Marktanteil

Print (mit E-Paper) und Digital sind bei Russmedia zwei getrennte Systeme, die Markus Raith, Geschäftsführer von Russmedia, beim Forum Kundenmanagement 2019 präsentierte.

Entwickelt hat das Reward-Programm mit Gamification-Elementen der Russmedia-Verlag gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen FehrAdvice. Das Projekt, das von Google mitfinanziert wurde, ist eine enorme Aufwertung für VOL.AT. Die Zwei-Marken-Stategie von Print (mit den Vorarlberger Nachrichten und dem dazugehörigen Digital-Abo) sowie mit VOL.AT will Markus Raith beibehalten. „Noch machen wir den Großteil unseres Geldes mit dem Printangebot“, sagt er, „doch mit VOL.AT gelingt es uns, eine Zielgruppe zu erschließen, die nicht bereit ist, für Inhalte zu zahlen, die aber trotzdem für Werbetreibende interessant ist.“